Jeder trifft täglich, blitzschnell und intuitiv, viele einzelne Entscheidungen. Kleinere fallen uns leichter als große, die nachhaltigen Einfluss auf unser weiteres Leben haben. Einige Fehlentscheidungen lassen sich schnell korrigieren, andere haben weitreichende Konsequenzen. Wikipedia schreibt dazu: „Unter Entscheidung (…) versteht man die Wahl einer Handlung aus mindestens zwei vorhandenen potenziellen Handlungsalternativen unter Beachtung der übergeordneten Ziele.“

Eine Entscheidung ist also immer auch eine Wahl zwischen zwei oder mehr Optionen. Diese Wahl bedeutet auch, dass jede Entscheidung für eine Richtung eine Entscheidung gegen eine andere darstellt. Es gibt einige erprobte Methoden, die helfen Alternativen gegeneinander abzuwägen und abzuschätzen, welche der Optionen den besten Nutzen bringt. Entscheidungen, die sich gut und richtig anfühlen, haben wir meistens nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit Bauchgefühl getroffen.

  1. Zeitdruck rausnehmen
    Wichtigste Regel: Keine Entscheidung unter Zeitdruck fällen. Klar, es gibt auch Situationen, da muss man, da will man kurzen Prozess machen. Das sind dann häufig Entscheidungen, die eh schon lange überfällig sind. Eine berühmte Strategie, die schon unsere Großeltern gekannt haben, ist der wohlfeile Rat, mindestens eine Nacht über die endgültige Entscheidung zu schlafen. Schon am nächsten Tag kann sich die Perspektive verschoben haben. Der Druck ist weg, der Blick ist klarer. Die Lösung, die man vor lauter Grübeln nicht gesehen hat, steht jetzt klar vor Augen. Und bei den ganz wichtigen Entscheidungen gibt es erfahrungsgemäß genügend Zeit, Informationen einzuholen, Argumente abzuwägen. Schwieriger wird es, wenn eine Entscheidung nicht nur mich selbst, sondern auch andere betrifft. Eine ganze Abteilung, ein Unternehmen, eine Familie. Gerade dann darf eine Entscheidung nicht aus einem Augenblick heraus getroffen werden.
  2. Ängste erkennen und loslassen
    Die Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen, lähmt. Wir sind oftmals so sozialisiert, dass wir nur ja keine Fehler machen dürfen. Das gilt im täglichen Leben wie auch im Beruf. Wir haben gelernt: Wer Fehler macht fällt negativ auf, ist unfähig oder wird abgestraft. Aber jeder hat schon Fehler gemacht und aus Fehlern haben wir das meiste gelernt. Das Leben ist ein ständiger Lernprozess. Fehlentscheidungen haben sich nicht selten im Rückblick doch als richtig erwiesen. Auch die Angst andere zu enttäuschen, plötzlich alleine da zu stehen, ist ein nicht seltener Blockadefaktor. Wer allerdings aus Angst vor den Konsequenzen gar keine Entscheidung trifft, für den wird entschieden. Für manche mag es entlastend sein, wenn andere Ihnen die Verantwortung abnehmen, aber damit hat man garantiert das Steuer über das eigene Leben aus der Hand gegeben.
  3. Strategie entwickeln
    Setzen Sie sich Ziele. Stecken Sie den Zeitraum ab, in dem die Entscheidung fallen sollte. Wägen Sie die Wichtigkeit der Entscheidung ab. Handelt es sich um eine Entscheidung, die für die nächsten Wochen, Monate oder gar Jahre relevant ist? Klären Sie zu Beginn, nach welcher Methode Sie vorgehen wollen. Hektisches und planloses Vorgehen blockiert und frustriert. Fragen Sie sich lieber welcher Entscheidungstyp Sie sind? Der schnelle Entscheider, der Analytische, der Zauderer, der Verschieber, derjenige, der hofft, dass andere für ihn entscheiden? Im letzteren Fall verlassen Sie Ihre Komfortzone und werden Sie aktiv! Versuchen Sie auf jeden Fall Stress zu vermeiden, in dem Sie Ihre Entscheidung nicht bis zum letzten Zeitpunkt hinauszögern. Beginnen Sie rechtzeitig mit Ihrer Informationssammlung. Setzen Sie sich Meilensteine in der Vorbereitung. Holen Sie sich klugen Rat ein. Bedenken Sie im Vorfeld die Konsequenzen, damit Sie in der Entscheidungsphase wirklich alle wichtigen Kriterien vorliegen haben..
  4. Hintergrundrecherche betreiben, Rat einholen
    Wer eine wichtige Entscheidung treffen muss, sollte alle relevanten Informationen kennen. Investieren Sie so viel Zeit wie möglich, um genügend Material, Argumente zu sammeln. Zapfen Sie Ihr Netzwerk an, profitieren Sie vom Erfahrungsschatz anderer. Suchen Sie sich Unterstützer. Es entlastet, wenn man eine Entscheidung nicht alleine treffen muss. Wenn mehrere Leute von der Entscheidung betroffen sind, ist sowieso klar, dass alle in dem Prozess gehört und in die Entscheidung einbezogen werden müssen. Gute Ratgeber unterscheiden sich von schlechten, dass sie neutrale Einschätzungen geben, Ihnen Zeit widmen, aber keinen Einfluss nehmen wollen. Daher ist es manchmal zielführender sich Expertenrat von außen zu suchen. Eltern, Verwandte oder Freunde meinen es in der Regel gut, ihnen fehlt jedoch die Distanz und oftmals schwingen eben auch persönliche Erwartungen mit. Externe Berater helfen die Perspektive zu wechseln, bringen nochmals neue Informationen und sind neutrale kritische Sparringspartner. Entscheiden sollten Sie jedoch immer selbst! Es geht um Sie, Ihr Leben. Die Konsequenzen für Ihr Handeln haben Sie schließlich auch alleine zu tragen.
  5. Kopf oder Bauch?
    Sie haben sich alle verfügbaren Informationen geholt, Bücher gewälzt, Pro und Contra-Listen geschrieben, Brainstormings mit allen möglichen Leuten gemacht, einige schlaflose Nächte gehabt? Und Sie haben sich genügend Zeit für Ihre Entscheidung genommen. Und immer ist alles noch nicht klar? Letztendlich geht es bei wichtigen Entscheidungen immer auch um Emotionen. Wofür brenne ich? Was begeistert mich? Welche Sehnsüchte habe ich (noch)? Was macht wirklich Sinn für mich? Wiegt das höhere Gehalt wirklich meinen Seelenfrieden auf? Wo geht es nur um ein (gewohntes) Arrangement und wo fühle ich mich tatsächlich am richtigen Platz? Spüren Sie in sich hinein und folgen Sie mutig Ihrer Intuition. Psychologen haben nämlich belegt, dass bei komplexen Entscheidungen die gefühlsbasierte Entscheidung die vernunftgeleitete schlägt.
  6. Was wäre, wenn?
    Spielen Sie doch mal durch, wie es wäre, Sie hätten Ihre Entscheidung bereits getroffen. Versetzen Sie sich gedanklich in die Situation, die Sie gewählt haben. Lassen Sie vor Ihrem inneren Auge die Konsequenzen Ihrer Entscheidung ablaufen. Wie fühlen Sie sich dabei? Wie reagiert Ihre Umwelt? Falls Sie sich für einen neuen Job entschieden haben: Stehen Sie morgens gerne auf? Wie sieht Ihr Tagesablauf aus? Wie genau sieht Ihr Aufgabengebiet aus? Mit welchem Menschen haben Sie es zu tun? Stimmt das Gleichgewicht zwischen Job, Ruhephasen, Zeit für Freunde und Familie?
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